Newsletterarchiv


Newsletter Dezember 2013


Medikamente sind oft unbeachtete Räuber von Nährstoffen

 

Viele Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, können zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen führen. Dieses ist den Betroffenen oftmals unbekannt und bleibt häufig auch unbeachtet. Die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V. berichtet, dass die Wirksamkeit von vielen Medikamenten darauf beruht, in den Stoffwechsel des Organismus einzugreifen. Vor allem bei Langzeittherapien nehmen sie Einfluss auf die Aufnahme und Funktion von wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, so dass es zu Mangelerscheinungen kommen kann. Dieser ungewollte Einfluss von Medikamenten ist nur wenigen Menschen bewusst.

 

Um einen Bluthochdruck zu behandeln, werden nicht selten Angiotensin-Rezeptorblocker verschrieben. Dieses Medikament hat die Kehrseite, das Geschmacksempfinden für bitter und sauer zu verschieben. Es wird vermutet, dass dieser unangenehme Einfluss auf eine erhöhte Ausscheidung von Zink und einem Mangel an Zink in den Zellen zurückzuführen ist. Werden zusätzlich Thiaziddiuretika verschrieben, so wird dieser negative Einfluss noch verstärkt. Oftmals leiden Bluthochdruckpatienten zusätzlich an Diabetes oder an einer chronischen Herzinsuffizienz. Diese Erkrankungen wirken sich ergänzend auch negativ auf den Zinkstoffwechsel aus. Ein Zinkmangel mit den Symptomen wie Geschmacksstörungen, beeinträchtigte Wundheilung, erhöhte Anfälligkeit für Infekte kann auf diese Weise verstärkt hervorgerufen werden. Die Zinkwerte im Blut geben leider nicht immer aussagekräftige Hinweise auf den Zinkversorgungsstatus.

 

Eine weitere Gruppe an Medikamenten, die heute oft verschrieben werden, sind Protonenpumpenhemmer wie das Omeprazol, welche die Bildung der Magensäure verringern sollen. Leider wird diese Art von Medikamenten oftmals zu schnell und ohne eindeutige Notwendigkeit oder sogar vorsorglich eingenommen. Ein Nebeneffekt der Magensäurehemmer ist die Bildung eines erhöhten pH-Wertes im Magen. Dieser führt dazu, dass Vitamin B12 schlechter aus den Speisen aufgenommen werden kann. Bei entsprechenden Patienten höheren Alters kommt hinzu, dass der Vitamin-B12-Stoffwechsel sowieso bereits beeinträchtigt ist. Eine Unterversorgung mit diesem wichtigen Vitamin kann sich durch neurologische Beeinträchtigungen zeigen. Hinzu kommt, dass ein Säuremangel im Magen ebenso die Verwertung von Vitamin C und Eisen aus dem Essen negativ beeinflussen kann.

 

Zuletzt weist die Quelle (Samaras D et al.: Effects of widely used drugs on micronutrients: a story rarely told. Nutrition; 29(4):605-10: 2013) auf Lipidsenker hin: Diese Medikamente werden bei einem hohen Cholesterinspiegel eingesetzt und führen bei den Betroffenen nicht selten zu Muskelkrämpfen und Schmerzen. Aus neueren Untersuchungen zeigt sich, dass dieses Medikament den Coenzym Q10 Gehalt und den Vitamin-D-Spiegel beeinträchtigen. Das vitaminähnliche Coenzym Q10 trägt zur Bereitstellung von Energien im Muskel bei, und ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel wäre hilfreich, um den beschriebenen Muskelbeschwerden entgegenzuwirken.

 

Die Vielfalt machts – Kinder für Obst und Gemüse begeistern

 

Vorschulkinder essen offenbar mehr Obst und Gemüse, wenn ihnen eine größere Vielfalt angeboten wird. Wie H. Kreutz vom aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. berichtet, ist das ein Resultat einer US-amerikanischen Studie, an der 61 Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren teilnahmen. Die Wissenschaftler boten den Kindern in einer Betreuungseinrichtung an acht Nachmittagen Obst und Gemüse als Zwischenmahlzeit an. Bei sechs Gelegenheiten stand je eine bekannte Obst- (Apfel, Pfirsich, Ananas) oder Gemüseart (Gurke, Paprika, Tomate) zur Auswahl, die in einheitliche mundgerechte Stücke geschnitten war. An zwei Nachmittagen konnten die Kinder zwischen drei Obst- beziehungsweise Gemüsearten wählen. Die Wissenschaftler protokollierten, wie viele Obst- oder Gemüsestücke die Kinder auf ihren Teller legten und wie viele sie schließlich auch aßen.

 

Wenn Kindern eine größere Vielfalt an Obst und Gemüse angeboten wurde, stieg die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich zumindest ein Stück aussuchten, von 70 auf 94 Prozent. Der Verzehr erhöhte sich um durchschnittlich 67 Prozent, was einer Menge von rund 31 Gramm entspricht. Der positive Effekt sei zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass die Kinder selbstständig zwischen Alternativen wählen durften oder einfach ihre Lieblingsart aussuchten. Unabhängig davon griffen die Kinder eher zu Obst (durchschnittlich 84 g) als zu Gemüse (22 g).

 

Ernährungsexperten empfehlen, am Tag fünf Portionen Obst, Gemüse, Salat und Rohkost zu essen. Dabei passt eine Portion in die eigene Hand – ob Kind oder Erwachsener. Wer die Vielfalt nutzt, versorgt den Körper auch mit vielen verschiedenen Nährstoffen. Im Vorschulalter wird der Grundstein für spätere Ernährungsgewohnheiten gelegt. Wenn Kinder nur bestimmte Obst- und Gemüsearten mögen, ist etwas Fantasie gefragt. Zunächst sollte neben den Lieblingsarten auch immer wieder „neues“ Obst und Gemüse angeboten werden. Eltern können unbeliebte Arten aber auch raspeln oder pürieren und daraus Suppen, Pizza- oder Nudelsoßen zubereiten. So macht Vielfalt auch den Kleinsten Spaß. (Quelle: aid.de)

Mehr Lebensqualität durch mehr Bewegung: Bewegungsprogramme für krebskranke Kinder zeigen positive Effekte

Eine systematische Studienanalyse der Deutschen Sporthochschule Köln belegt, dass krebskranke Kinder und Jugendliche von spezifischen Bewegungsprogrammen profitieren.

 

Sind krebskranke Kinder und Jugendliche während der medizinischen Therapie oder in der Nachsorge einer Krebserkrankung in der Lage, an spezifischen Bewegungsprogrammen teilzunehmen? „JA“, sagen Dr. Freerk Baumann und Diplom-Sportwissenschaftlerin Julia Beulertz. Die beiden Wissenschaftler/innen vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin (Abt. Molekulare und Zelluläre Sportmedizin) der Deutschen Sporthochschule Köln haben aktuelle wissenschaftliche Studien analysiert und kommen zu dem Ergebnis, dass sich spezifische Bewegungsprogramme positiv auf die Patientinnen und Patienten auswirken können, ohne den Gesundheitszustand oder den medizinischen Behandlungserfolg negativ zu beeinflussen.

 

Nicht nur die Krebserkrankung selbst, sondern auch die damit in Zusammenhang stehende, intensive medizinische Therapie führt häufig dazu, dass die Betroffenen körperlich geschwächt sind und über einen längeren Zeitraum aus ihrem sozialen Umfeld heraus gerissen werden. Dabei zeigt die aktuelle Studienlage, dass durch professionelle Bewegungsprogramme insbesondere Verbesserungen in Bezug auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität, das Erschöpfungssyndrom (Fatigue) sowie die Muskelkraft erzielt werden können. Erste wissenschaftliche Untersuchungen wurden an der Deutschen Sporthochschule Köln bereits vor 15 Jahren durchgeführt. Dennoch fehlt es in der Kinderonkologie bislang noch an einer flächendeckenden bewegungstherapeutischen Versorgung.

 

Um diesen Versorgungsengpass zu schließen, hat die Arbeitsgruppe „Bewegung, Sport und Krebs“ seit 2011 ein neues bewegungstherapeutisches Modellprojekt für die Nachsorge einer Krebserkrankung entwickelt, welches im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße in Köln gemeinsam mit dem Leiter der Kinderonkologie Dr. Dr. A. Prokop durchgeführt wird. Einmal wöchentlich kommen die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie deren Geschwisterkinder in das Kinderkrankenhaus, um an professionell angeleiteten Trainingseinheiten in kleinen Gruppen teilzunehmen. „Um die Kinder und Jugendlichen langfristig zu körperlicher Aktivität zu motivieren, müssen sie zunächst wieder das Vertrauen in ihren Körper zurückerlangen, Spaß an der Bewegung erfahren und Erfolgserlebnisse im Sport erleben“, berichtet Dr. Freerk Baumann. Das Sportprogramm zielt darauf ab, die betroffenen Kinder und Jugendlichen innerhalb von 6 Monaten wieder „fit zu machen“, um ihnen die Wiedereingliederung in einen Sportverein, die Schule, die Familie und ihren Freundeskreis zu erleichtern. „Zukünftig werden wir die Effekte der körperlichen Aktivität aber auch im Hinblick auf immunologische Parameter untersuchen“, so der Studienleiter.

 

Weiterhin wurde auf Initiative der Arbeitsgruppe aus Münster um Prof. Dr. Joachim Boos im letzten Jahr das Netzwerk „Active Oncokids“ gegründet, welches sich zum Ziel gesetzt hat, die bewegungstherapeutische Versorgung in der Kinderonkologie deutschlandweit zu verbessern. Denn obwohl die aktuelle Studienlage bereits positive Effekte zeigt, ist die Durchführung multizentrischer Studien zur körperlichen Aktivität in der pädiatrischen Onkologie von essentieller Bedeutung.

 

(Quelle: Baumann FT, Bloch W, Beulertz J. Clinical exercise interventions in pediatric oncology – A systematic review. Pediatric research. Pediatr Res. 2013 Oct;74(4): 366-374)

 

Core-Training – was ist das eigentlich?

 

Beim Core-Training steht der Rumpf unseres Körpers im Mittelpunkt. Spezielle Fitness-Übungen trainieren vor allem die Muskeln von Bauch und Rücken, insbesondere gesamte, daran anknüpfende Muskelschlingen. Als ideales Workout für die so genannte Körpermitte hat sich das Core-Training auch in der Physiotherapie etabliert.

 

Die Basis des Core-Trainings bildet der Rumpf als Körperkern. Vor dem Hintergrund, dass sich Kopf, Arme und Beine am Rumpf einhängen, bewegen sie sich auch nicht unabhängig voneinander. Jede Bewegung der Extremitäten entspringt demnach im Rumpf. Man kann sagen, dass sich Arme und Beine rotierend um den Rumpf bewegen. Sporttherapeuten vergleichen die Anordnung der wichtigen Muskeln um die Körpermitte mit der Form eines Gürtels, der durch spezielle Übungen gestärkt werden muss.
Zum Core-Training gehören beispielsweise herkömmliche Übungen wie der Ausfallschritt, Übungen zur Koordination und zur Stärkung unter anderem mit dem Medizinball. Auch Hilfsmittel wie das dehnbare Theraband tragen dazu bei, dass die Rumpfmuskulatur zum einen gestärkt, zum anderen aber auch beweglicher wird. Auf diese Weise erhält der gesamte Körper ein zusätzliches gesundes Maß an Stabilität. Weiterhin werden die gesamten Körperbewegungen flexibler und schneller. Ziel der Core-Trainings ist es nicht unbedingt, dass neue Muskeln gebildet, sondern dass vorhandene an Leistungsstärke gewinnen.

 

Da das Core-Training ein sehr gutes Basistraining für die Körpermitte darstellt, können viele Sportler unterschiedlichster Sportarten von diesem Training profitieren. Man kann auch sagen, dass mit dem Core-Training eine gute Voraussetzung für die Grundelemente jeder körperlichen Bewegung geschaffen beziehungsweise gestärkt wird.




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